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11. WESTCAM Sommerakademie erfolgreich abgeschlossen

Technologie-Entwicklung macht Schule
Zwischen Schule und Beruf liegt ein Sommer… und für viele eine Zeit der „Neuorientierung“. Hier setzt die WESTCAM-Sommerakademie an und bietet HTL- und Fachschulabsolventen/innen eine kostenlose, praxisorientierte Zusatzausbildung, um sie auf die Anforderungen moderner Betriebe vorzubereiten. Die Sommerakademie versteht sich als aktiver Beitrag zur Stärkung der heimischen Wirtschaft und geht davon aus, dass die Wirtschaft am besten weiß, welche Kompetenzen sie von jungen Spezialisten fordert. Als führender Lösungsanbieter im Bereich der Produktentwicklung und Produktfertigung will WESTCAM gezielte Anwendungskenntnisse in neuester Computertechnologie vermitteln und Schulwissen zur „Praxisreife“ weiterentwickeln. Unterstützt wird dieses Bildungsangebot von der Zukunftsstiftung Tirol, Autodesk, TIWAG, Hypo Tirol Bank, Hermle und 3Dconnexion.
Abschlusspräsentation
Im Bartenbach LichtLabor präsentierten die Teilnehmer der 11. WESTCAM Sommerakademie der Öffentlichkeit, woran sie in den vergangenen drei Wochen gearbeitet haben. Eine Gruppe von 12 ausgewählten HTL- und Fachschulabsolventen aus Vorarlberg, Nord- und Südtirol erhielten im Milser Unternehmen WESTCAM eine kostenlose Intensivausbildung zur Anwendung neuester Computertechnologien für den technischen Bereich. „Als Tiroler Technologieunternehmen sehen wir uns verpflichtet, einen Beitrag zur Ausbildung von Nachwuchstechnikern zu leisten“, zeigt sich WESTCAM-GF Markus Ebster von der Initiative überzeugt. Highlight dieser Eliteausbildung war die Umsetzung eines konkreten Projektes für das LichtLabor Bartenbach. Das Ergebnis ist die kompakte Bauform eines völlig neuartigen Sonnenheliostats, der das Sonnenlicht unabhängig von der Änderung der Sonnenposition am Himmel immer auf den gleichen, ortsfesten Punkt reflektiert.
 

Bartenbach Erfindung wird für Marktreife vorbereitet
Der diesjährige Projektpartner der Sommerakademie, das Bartenbach LichtLabor, ist bekannt für seine jahrelangen Forschungen im Bereich der Tageslichtthematik. Für die Studenten der Sommerakademie hielt Bartenbach eine besondere Aufgabe bereit. Ein völlig neuartiges System zur Sonneneinspiegelung in Gebäuden sollte konstruiert und umgesetzt werden. Aufgabe war es, einfallendes Licht vertikal nach unten zu lenken, um so jeden beliebigen Raum in einem Gebäude mit Sonnenlicht ausleuchten zu können.
Konzepte für die Umlenkung von Sonnenlicht gibt es bereits: So wird zum Beispiel mit gegenüberliegenden Spiegeln gearbeitet, die allerdings zueinander in großer Entfernung stehen müssen. Auch Lichtrohre mit einer verspiegelten Innenfläche sind im Einsatz. Bei dieser Form der Umlenkung ist der Lichtverlust sehr groß und die Spiegelungen im Rohr erfolgen nicht zielgerichtet und steuerbar.
Das neue System soll nun Licht gezielt um 90° nach unten lenken, womit ein vielfältiger Einsatz in Gebäuden ermöglicht werden soll und das Licht in praktisch jeden beliebigen Raum eines Gebäudes gebracht werden könnte . Außerdem ist eine kompakte Bauform der Anlage sowie eine Konzeption mit Normteilen gefordert, um eine marktkonforme Produktion und Installation in Gebäuden zu gewährleisten. Ein weiteres Ziel ist der möglichst geringe Lichtverlust im Rahmen der Umlenkung. Eine effiziente elektronische Steuerung, wartungsfreie bzw. wartungsarme Mechanik und nicht zuletzt marktgerechte Produktionskosten sind ebenso Voraussetzung.

Umsetzung mit Engagement und Eigenständigkeit
Mit diesen Vorgaben und Visionen machten sich die Teilnehmer der Sommerakademie ans Werk. In einem ersten Schritt wurden zwei Teams gebildet und ein Ideenworkshop veranstaltet. Aus den beiden dort erarbeiteten Umsetzungsideen wurde eine optimale Gesamtlösung konzipiert. Im nächsten Schritt erstellten die Akademie-Schüler das Design der neuartigen Sonneneinspiegelungsanlage. Umgesetzt werden sollte ein Prinzip, das mit Lamellen aus Hochglanzaluminium arbeitet: Je eine kleinere Lamelle, um Sonnenlicht einzufangen und eine entsprechend positionierte größere, um das Sonnenlicht vertikal nach unten zu lenken. Die Lamellen sollten sich je nach Sonneneinstrahlung automatisch ausrichten. Mit diesem Design ging es zur eigentlichen Konstruktion mittels CAD-Technologie. Das Ergebnis ist ein „Bauplan“, nach dem Bartenbach das erste Prinzipmodell baute.
„In der konstruktiven Umsetzung einer lichttechnischen Idee durch die Studenten wurden Verbesserungspotentiale sichtbar gemacht und umgesetzt. Insgesamt ist das Projekt äußerst erfolgreich bearbeitet worden und die Erfahrungen mit den Studenten sind aus unserer Sicht uneingeschränkt positiv“, resümiert Bartenbach Forschungsleiter Christian Anselm.
Die Schüler arbeiteten völlig selbständig und eigenverantwortlich am Projekt und wurden von den WESTCAM Mitarbeitern mit technischem Know-how unterstützt. „Die Überstunden haben sich bezahlt gemacht! Man konnte endlich erfahren, wie es in der Arbeitswelt wirklich ist“, ist Reinhold Wechselberger, einer der Teilnehmer, stolz auf den Beitrag, den die Schüler zur Realisierung der neuen Technologie leisteten.

Sieben Jahre Forschung sichtbar gemacht
Auch im zweiten großen Schwerpunktbereich der Ausbildung, dem CAM-Sektor, wurde absolutes Neuland erfolgreich betreten. Um das durch die Umlenkungsanlage eingespielte Licht gezielt und exakt steuerbar zu verteilen, sind spezielle Sonnenleuchten nötig. Das Bartenbach LichtLabor hat in siebenjähriger Forschungsarbeit einen Freiformflächenreflektor konstruiert. Diese Erfindung ermöglicht eine steuerbare Reflexion des Lichts mithilfe von Freiformflächen, scheinbaren Krümmungsfehlern bzw. „Dellen“ an der Oberfläche. Unter Einsatz von WESTCAM Know-how ist es nun im Rahmen der Sommerakademie erstmals gelungen, diesen Reflektor auch tatsächlich zu fräsen. Die Funktion dieser Technologie präsentiert sich dem Publikum bei der Abschlusspräsentation live durch die Projektion der beiden Firmenlogos von WESTCAM und Bartenbach.
Dazu Anselm: „Die Zusammenarbeit der beiden Clustermitglieder Westcam und Bartenbach im Rahmen der Sommerakademie hat das wechselseitige Verständnis vertieft. Einerseits hinsichtlich der Berechnungsgenauigkeit von Freiformflächen (Bartenbach) und andererseits hinsichtlich der Präzision der frästechnischen Umsetzung (Westcam).“

Technologien mit Zukunft für die Zukunft
Der innovative Lamellenheliostat durchläuft jetzt den Patentierungsprozess. Die Möglichkeit, Sonnenlicht innerhalb eines Gebäudes derart effizient nach unten in Hohlräume zu lenken, eröffnet zahlreiche Anwendungsperspektiven. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass erneuerbare Energieträger wie die Sonne für die Raumbeleuchtung nutzbar gemacht werden können.
Die Sommerakademie ist mit dem diesjährigen Projekt ihrem Grundsatz treu geblieben, angehende Spezialisten für die Anforderungen zukunftsorientierter Unternehmen zu schulen. Für die Teilnehmer kann die Sommerakademie der passende Schlüssel zur Durchgangstür zwischen Schule und Beruf sein. So sehen es auch die Teilnehmer: „Genau die Kenntnisse, die wir in dieser kurzen Zeit erworben haben, könnten den Berufseinstieg extrem erleichtern“, meint etwa Alexander Christl.
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